Groß- u. Außenhandelskaufmann/kauffrau

Übersicht

Ausbildungsdauer: 2½- und 3-jährige Ausbildung
Rahmenlehrplan:

 lernfeldorientiert,
 Ausbildungsordnung von 2006

Unterrichtsfächer:
berufsbezogen:
  • Wirtschafts- und Sozialprozesse
  • Großhandelsprozesse
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Fremdsprachliche Kommunikation (Englisch)
berufsübergreifend:
  • Religionslehre
  • Deutsch/Kommunikation
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Sport/Gesundheitsförderung
Berufsschultage:
Unterstufe2
Mittelstufe2
Oberstufe1
Abschluss:Berufsabschluss des Berufskollegs und Berufsabschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer
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Berufsbild

Die Aufgaben des Kaufmanns/der Kauffrau im GH beziehen sich auf alle Leistungsbereiche im Großhandel. Das Einsatzgebiet erstreckt sich auf die Planung, Organisation und Steuerung der Beschaffung und des Absatzes von Waren, sowie auf das Angebot von warenbezogenen Servicedienstleistungen. Die Arbeit ist national und international geprägt. Kaufleute im Großhandel sind in Handels- und teilweise in Industrieunternehmungen unterschiedlicher Branchen tätig.

Die Fachkompetenz der Kaufleute für GH ist sowohl groß- und außenhandelsspezifisch geprägt, hat aber auch viele allgemeine kaufmännische Elemente. Die Kaufleute erfassen betriebs- und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, überblicken die Geschäftsprozesse und können die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf betriebliche Funktionsbereiche beurteilen. Sie nutzen Informations- und Kommunikationssysteme zur Erfüllung ihrer Aufgaben.

Die Kompetenzen von Kaufleuten im Großhandel liegen im selbstständigen und vernetzten Denken, sowie in der Fähigkeit Probleme zu lösen. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, sowie Flexibilität, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein sind wichtige Grundlagen des Berufsbildes.

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Voraussetzungen

In der Regel erwarten die Unternehmungen mindestens eine gute Fachober- schulreife, oft ist aber auch die Fachhochschulreife oder das Abitur gefragt.

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Berufsschulunterricht

Der Berufsschulunterricht findet im so genannten dualen System statt. Dies bedeutet, dass die Auszubildenden während der Ausbildungszeit parallel die Berufsschule besuchen.

In der Unter- und Mittelstufe erfolgt der Berufsschulunterricht i. d. R. an zwei Berufsschultagen, in der Oberstufe ist nur ein Berufsschultag vorgesehen.

Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre. Bei guten Abschlüssen können auch Verträge über 2 ½ oder 2 Jahre abgeschlossen werden. Im Friedrich-List-Berufskolleg wird ein Klasse für 3-jährige Ausbildungszeiten angeboten, eine weitere gibt es für die 2 ½- und 2-jährigen Ausbildungen.

Der Unterricht erfolgt in so genannten Lernfeldern. Folgende Lernfelder sind vorgesehen:

Lernfeld 1

 Den Ausbildungsbetrieb als Groß- und Außenhandels-
 unternehmen präsentieren
Lernfeld 2 Aufträge kundenorientiert bearbeiten
Lernfeld 3 Beschaffungsprozesse planen, steuern und durchführen
Lernfeld 4 Geschäftsprozesse als Werteströme erfassen,
 dokumentieren und auswerten
Lernfeld 5 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
Lernfeld 6 Logistische Prozesse planen, steuern und kontrollieren
Lernfeld 7 Gesamtwirtschaftliche Einflüsse auf das Groß- und
 außenhandelsunternehmen analysieren
Lernfeld 8 Preispolitische Maßnahmen erfolgsorientiert vorbereiten
 und steuern
Lernfeld 9 Marketing planen, durchführen und kontrollieren
Lernfeld 10 Finanzierungsentscheidungen treffen
Lernfeld 11 Unternehmensergebnisse aufbereiten, bewerten und
 nutzen
Lernfeld 12 Berufsorientierte Projekte durchführen

 

 

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Unterrichtsfächer

Im berufsbezogenen Bereich werden die Fächer Wirtschafts- und Sozialprozesse, Großhandelsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle und Fremd-sprachliche Kommunikation unterrichtet. Im berufsübergreifenden Bereich gibt es die Fächer Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Politik/Gesellschaftslehre. Diesen Fächern sind die o.a. Lernfelder zugeordnet.

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Prüfungen und Abschlüsse

In der Berufsschule wird nach der Ausbildungszeit der Berufsschulabschluss vergeben. Dieser wird erlangt, wenn nicht mehr als ein Fach mit der Note mangelhaft abschließt.

Der Kaufmannsgehilfenabschluss wird ebenfalls am Ende der Ausbildungszeit erworben. Hierfür müssen die Auszubildenden eine schriftliche und mündliche Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ablegen. Auch hier darf nur 1 Prüfungsfach mit der Note mangelhaft vorliegen.

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Sonstiges

  • Fördermaßnahmen
    In der Unterstufe wird  Förderunterricht im Mathematik und Rechnungswesen angeboten

  • Kooperationen
    Alle Ausbildungsbetriebe werden jährlich zu einem Arbeitskreis Schule/Großhandel eingeladen. Dieser findet immer bei unterschiedlichen Ausbildungsfirmen statt.

    Weiterhin existiert eine Kooperation mit der FHDW (Fachhochschule der Wirtschaft) in Bergisch Gladbach, Fachbereich Automobil.
    Unter bestimmten Voraussetzungen können unsere SchülerInnen Lehrinhalte aus dem  Bildungsgang Automobil anerkannt bekommen und so bis zu 2 Semestern sparen.
    Der Bachelor of Arts (B.A.) ist so theoretisch in vier Semestern möglich.

  • Die Auszubildenden nehmen an einer Betriebsbesichtigung und an einer Großhandelsmesse teil.

  • In der Mittelstufe können die Auszubildenden eine Zusatzqualifikation in Englisch für kaufmännische Auszubildende erwerben. Die Abschlussprüfung erfolgt vor der IHK

  • Die Teilnahme an einem 1-wöchigen Auszubildendentreffen im Rahmen des deutsch-französischen Jugendwerks in Otzenhausen ist möglich. Die Konferenzsprache ist Englisch.
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Informationen für Ausbildungsbetriebe und Ansprechpartner

Der zuständige Ansprechpartner für den Ausbildungsgang ist Herr Ern (kernatflbk.de). Er hilft bei Fragen weiter und bei Bedarf besucht er auch gerne Ihre Unternehmung.

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Berufliche Perspektiven

Je nach vorherigem Schulabschluss hat man verschiedene Möglichkeiten:

Auszubildende mit der Fachoberschulreife können nach der Ausbildung die
Fachoberschule Klasse 12 besuchen und die Fachhochschulreife erwerben. Auszubildende mit Fachhochschulreife können die Fachoberschule Klasse 13 besuchen und die allgemeine Hochschulreife erlangen.

Daneben kann noch der Fachwirt mit verschiedenen Schwerpunkten erlangt werden.

Viele Schülerinnen und Schüler mit einer Hochschulzugangsberechtigung studieren danach BWL, um den Bachelor- oder Masterabschluss zu machen.

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