Industriekaufmann/kauffrau

Übersicht

Ausbildungsdauer:  2-, 2½- und 3-jährige Ausbildung
Rahmenlehrplan:

  lernfeldorientiert, Ausbildungsordnung  
  von 2002

Unterrichtsfächer
berufsbezogen:
  • Geschäftsprozesse
  • Steuerung und Kontrolle
  • Wirtschafts- und Sozialprozesse
  • Datenverarbeitung
berufsübergreifend:
  • Religionslehre
  • Deutsch/Kommunikation
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Sport/Gesundheitsförderung
Differenzierungs-bereich:
 
  • Fremdsprachenkorrespondenz (FSK)
Berufsschultage:
Unterstufe2
Mittelstufe2
Oberstufe1

Abschluss:Berufsabschluss des Berufskollegs und Berufsabschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer
zum Seitenanfang

Berufsbild

Industriekaufleute sind in Unternehmen unterschiedlicher Branche und Größe tätig, die zunehmend nicht nur Produkte herstellen, sondern auch ergänzende und eigenständige Dienst- und Serviceleistungen anbieten. Das Aufgabenfeld der Industriekaufleute umfasst die Vorbereitung, Durchführung, Überwachung und Dokumentation der industriellen Prozesse von der Materialbeschaffung bis zum Verkauf der erstellten Produkte bzw. Leistungen.

Die Einsatzgebiete der Industriekaufleute liegen im Wesentlichen in den Funktionsbereichen Einkauf und Lagerhaltung, Vorbereitung und Steuerung des Produktionsprozesses, Absatzwirtschaft und Auftragsabwicklung, Personal- und Rechnungswesen einschließlich Finanzierung. Dabei steht nicht mehr die „klassische“ Sachbearbeitung im Vordergrund, sondern der kundenorientierte Sachbearbeiter, der team-, prozess- und projektorientiert arbeitet und aktuelle Kommunikations-, Informations- und Medientechniken verwendet.

zum Seitenanfang

Voraussetzungen

Die gesetzlich vorgeschriebene Eingangsvoraussetzung ist die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (10 Schuljahre). Die meisten Unternehmen erwarten jedoch die Fachhochschulreife (schulischer Teil) oder die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Gerne werden auch kaufmännsiche Vorkenntnisse gesehen.

zum Seitenanfang

Berufsschulunterricht

Der Berufsschulunterricht erfolgt im Rahmen der dualen Ausbildung in Teilzeitform. In der Unterstufe findet der Unterricht an zwei Tagen, in der Mittelstufe an einem, bzw. jede zweite Woche an zwei Tagen statt. Die Oberstufe wird einmal wöchentlich unterrichtet. Bei guter Leistung, bzw. entsprechenden schulischen Voraussetzungen und Vorkenntnissen kann die Ausbildung auf  2,5 oder sogar 2 Jahre verkürzt werden.

Der Unterricht erfolgt in Lernfeldern.

Lernfeld 1

 In Ausbildung und Beruf orientieren
Lernfeld 2 Marktorientierte Geschäftsprozesse eines  
 industriebetriebes erfassen
Lernfeld 3 Werteströme und Werte erfassen und dokumentieren
Lernfeld 4 Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen
Lernfeld 5 Leistungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
Lernfeld 6 Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
Lernfeld 7 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
Lernfeld 8 Jahresabschluss analysieren und bewerten
Lernfeld 9 Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen 
 Zusammenhang einordnen
Lernfeld 10 Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren
Lernfeld 11 Investitions- und Finanzierungsprozesse planen
Lernfeld 12

 Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen

zum Seitenanfang

Unterrichtsfächer

berufsbezogener Bereich

Geschäftsprozesse  ( GP )

Steuerung und Kontrolle ( SK )

Wirtschafts- und Sozialprozesse ( WSP )

Datenverarbeitung ( DV )

Fremdsprachliche Korrespondenz (FSK)

berufsübergreifender Bereich

Deutsch / Kommunikation

Politik / Gesellschaftslehre

Religion

Sport / Gesundheitsförderung

zum Seitenanfang

Prüfungen und Abschlüsse

Die Industriekaufleute legen die Zwischen- und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Im zweiten Ausbildungsjahr erfolgt die Zwischenprüfung in schriftlicher Form. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Der schriftliche Teil umfasst die Prüfungsgebiete Geschäftsprozesse, Steuerung und Kontrolle und Wirtschafts- und Sozialprozesse. Der praktische Teil besteht aus der Präsentation eines betrieblichen Geschäftsprozesses und einem Fachgespräch über diesen Prozess.

Am Ende der Ausbildungszeit wird neben dem IHK-Zeugnis (Kaufmannsgehilfenbrief) zusätzlich ein Berufsschulabschlusszeugnis ausgestellt.

zum Seitenanfang

Sonstiges

Fördermaßnahmen
Die Schülerinnen und Schüler, die die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen, erhalten im zweiten Ausbildungsjahr Zusatzunterricht zur Prüfungsvorbereitung.

Zusatzqualifikation
In der Mittel- bzw. Oberstufe kann eine Zusatzqualifikation Englisch für kaufmännische Auszubildende erworben werden. Die Vorbereitung erfolgt im Unterricht, die Prüfung wird vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt.

Kooperation
Die Klassen des Bildungsgangs Industrie führen im Rahmen des Unterrichts im Fach Geschäftsprozesse regelmäßig Betriebserkundungen in den Ausbildungsbetrieben durch.

Weiterhin existiert eine Kooperation mit der FHDW (Fachhochschule der Wirtschaft) in Bergisch Gladbach.
Unter bestimmten Voraussetzungen können unsere SchülerInnen Lehrinhalte aus dem  Bildungsgang Automobil anerkannt  bekommen und so bis zu 2 Semestern sparen.
Der Bachelor of Arts (B.A.) ist so theoretisch in vier Semestern möglich.

zum Seitenanfang

Informationen für Ausbildungsbetriebe und Ansprechpartner

Der zuständige Ansprechpartner für den Bildungsgang ist Herr Pretsch,
Tel. 0212-599040, e-mail: spretsch@flbk.de. Er hilft bei Fragen gerne weiter.
Bei Bedarf besucht er auch Ihre Unternehmung.

zum Seitenanfang

Berufliche Perspektiven

Industriekaufleute sind in allen kaufmännischen Bereichen eines Unternehmens als Sachbearbeiter einsetzbar. Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich insbesondere durch Zusatzqualifikationen, z.B. zum Industriefachwirt, Personalfachwirt oder Bilanzbuchhalter. Ebenso bildet die Berufsausbildung eine gute Grundlage für ein Fachhoch- oder Hochschulstudium.

zum Seitenanfang